Aller «unguten» Dinge sind ...

19.02.2020

Gerade in den letzten Wochen werden die Schlag­zeilen immer wieder vom Auftreten von Seuchen dominiert.

Während derzeit das vor allem in China grassierende Corona-Virus im Vordergrund steht, ist das Auftreten von Seuchen auch bei Nutztieren von hoher Aktualität. So nähern sich von Osteuropa her kommend sowohl die Afrikanische Schweinepest (ASP) und neuerdings auch die hochansteckende Geflügelgrippe des Subtyps H5N8 sukzessive Westeuropa an bzw. treten vereinzelt bereits auf. In keinem der vorgenannten Fälle ist es jedoch angezeigt, in Hysterie oder gar Panik zu verfallen. Vielmehr gilt es, sich den jeweiligen Begebenheiten aktiv zu stellen, indem sowohl der Verbreitung (Reiseverkehr, Transport, Wildschweine, Wildvögel usw.) wie auch der Seuchenbekämpfung die ihnen gebührende Beachtung zu schenken ist. Dazu hat man sich im Falle des Corona-Virus mit dem raschen Nachweis und den jeweiligen Vorkehrungen in den einzelnen Spitälern und Flughäfen bereits gewappnet, während in Bezug auf die ASP nebst dem schon seit Monaten laufenden Monitoring v. a. bei Wildschweinen verschiedene Seuchenübungen stattfinden bzw. schon stattgefunden haben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das ASP-Virus nur für schweineartige Tiere krankmachend, der Konsum von Fleisch von mit ASP infizierten Tieren für den Menschen hinge-
gen unbedenklich ist. Im Gegensatz dazu steht die Geflügelpest, für deren Streuung der hierzulande hohe Anteil von Geflügelhaltungen mit Freilauf bzw. Aussenklimabereichen aus Seuchen-, nicht aber aus Sicht des Tierwohls nicht unbedingt förderlich ist. Gleichwohl wird man in einem solchen Fall, z. B. mit einer vorübergehenden Stallhaltepflicht, auf Erfahrungen aus früheren Ereignissen zurückgreifen können. Je nach Eintreffen der genannten Tierseuchen auch hierzulande – und davon muss über kurz oder lang ausgegangen werden – könnten Verwerfungen im Fleischmarkt die Folge sein. Auf der Basis der Erfahrungen aus früheren Fällen sind diese meist eher kurzfristiger Natur, fallen dann aber für die einzelne Fleischart umso heftiger aus bzw. führen z. T. zu Ersatzkäufen von anderen Fleischsorten. Umso mehr dürfte daher in solchen Fällen ein situationsangepasstes, pragmatisches Vorgehen unter Einbezug des gesunden Menschenverstandes angezeigt sein!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF
 
 
 
 
 

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